Die beiden Bildungseinrichtungen der Vereinigung von Ordensschulen Österreichs (VOSÖ) im Pongau, das Elisabethinum St. Johann und das Missionsprivatgymnasium St. Rupert in Bischofshofen, gehen ab dem Schuljahr 2029/30 gemeinsame Wege unter einem Dach. Die Zusammenlegung zweier Schulen eines Schulerhalters ist in der österreichischen Bildungslandschaft bislang ein Novum.

Missionsprivatgymnasium St. Rupert
Um den Erhalt beider traditionsreichen Schulen für künftige Schüler:innengenerationen zu sichern, werden diese aus wirtschaftlichen Gründen zu einem Standort in Bischofshofen zusammengefasst. „Die Wahl auf Bischofshofen ist aufgrund der vorhandenen räumlichen und infrastrukturellen Voraussetzungen gefallen“, informieren Martha Mikulka, GF VOSÖ als Schulerhalter und Anton Süss, GF des Instituts Österreichischer Orden (IÖO) als Eigentümer der Liegenschaften. „Unser Zukunftsbild ist ein Standort, an dem zwei Schulen eigenständig wirken, gemeinsame Vorteile nützen (wie zb Schulküche, Grünareal) und im gebündelten vielfältigen Ausbildungsangebot für Jugendliche die Bildungsregion Pongau nachhaltig stärken,“ so Mikulka und Süss. An einem Verkehrskonzept wird auch bereits gearbeitet.
Die individuellen Ordenscharismen beider Standorte, ein zentrales Anliegen der VOSÖ, bleiben weiterhin profilgebende Richtschnur.

Martha Mikulka, VOSÖ Geschäftsführerin (c)Markus Gradwohl
Unterstützung von Bildungslandesrätin Daniela Gutschi:
„In der Zusammenführung der beiden traditionsreichen und historischen Schulstandorte Elisabethinum und des Missionsprivatgymnasiums St. Rupert sehe ich eine nachhaltige Lösung zur erfolgreichen Fortführung beider Schulen an einem Standort. Die infrastrukturellen Gegebenheiten in St. Rupert bieten die besten Voraussetzungen für einen gemeinsamen zukunftssicheren Fortbestand, wodurch beide Bildungseinrichtungen gemeinsam wachsen und Synergien in der Bildungsexpertise nutzen können.“
Zukunftsmodell – 2 Schulen unter 1 Dach
„Unsere Ordensgründer:innen haben zu ihrer Zeit Bildungseinrichtungen für junge Menschen gegründet. Wir sehen es als unser vorrangiges Ziel, auch in der aktuell wirtschaftlich herausfordernden Zeit Wege für die künftige Sicherung dieser Einrichtungen zu finden. Daher sehen wir in der Zusammenführung des Elisabethinums St. Johann und des Missionsprivatgymnasiums St. Rupert am Standort Bischofshofen ein tragfähiges Modell für die Zukunft. Zusammen mit beiden pädagogischen Teams, Hausmitarbeiter:innenteams und den Projektverantwortlichen seitens des IÖO und der VOSÖ liegt jetzt eine Prozessarbeit mit vielen spannenden Gestaltungs- und Entwicklungsmöglichkeiten vor uns,“ erklären Mikulka und Süss.

Anton Süss, Geschäftsführer des Instituts Österreichischer Orden (IÖO) (c)oeok
Zwei Direktor:innen blicken in die gemeinsame Zukunft
„Wenn zwei Schulen zusammenwachsen, entsteht ein Lernort, der Vielfalt, Erfahrung und Talente vereint – zum Vorteil unserer Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte,“ erklärt Christina Röck, Direktorin des Elisabethinums mit Blick auf das gemeinsame Zukunftsmodell. „Gemeinsam können wir nicht nur voneinander lernen, sondern auch Ressourcen sinnvoll bündeln und unseren Standort in Bischofshofen nachhaltig in der Salzburger Bildungslandschaft erfolgreich etablieren“, bekräftigt Franz Saller, Direktor des Missionsprivatgymnasiums St. Rupert.

Dir. Christina Röck, Elisabethinum & Dir. Franz Saller, Missionsprivatgymnasium St. Rupert
Aus dem Blick der Gründerorden - Halleiner Schwestern Franziskanerinnen & der Steyler Missionare
„In den letzten Jahren haben wir, die Halleiner Schwestern Franziskanerinnen, uns auf Grund der Entwicklung unserer Ordensgemeinschaft von unseren Werken getrennt. Die meisten Einrichtungen durften wir in verantwortungsvolle Hände übergeben, die sie in unserem Sinn fortführen. So auch das Elisabethinum in St. Johann, welches dankenswerter Weise im Jahr 2016 von der Vereinigung der Ordensschulen Österreichs übernommen wurde. Wir schätzen es sehr, dass die Vereinigung jetzt weitere Schritte setzt, um den Fortbestand der von uns gegründeten Schule zu sichern. Wir begleiten das Vorhaben mit unserem Gebet und wünschen Gottes Segen und gutes Gelingen,“ erklärt Sr. Benedicta Lienbacher, Generaloberin der Halleiner Schwestern Franziskanerinnen.

Sr. Benedicta Lienbacher (c)ÖOK
„Der Gründer der Steyler Missionare, der Hl. Arnold Janssen, hat 1904 selbst den Platz auf dem Kreuzberg in Bischofshofen für eine Schule samt Internat ausgewählt, berichtet der Provinzial der Steyler Missionare P. Christian Stranz SVD. Im November werden es heuer genau 120 Jahre, dass die ersten vier Schüler von einem Mitbruder in St. Rupert unterrichtet wurden. Viele Generationen von Schüler:innen aus einem weiten Einzugsgebiet haben hier bisher ihre schulische Ausbildung erhalten. Eine große Zahl von ihnen schloss sich unserer weltweiten Gemeinschaft – den Steyler Missionaren - als Ordenspriester an. Vor acht Jahren haben wir unser Missionsprivatgymnasium aus Mangel an ordenseigenem Personal in die Trägerschaft der Vereinigung von Ordensschulen Österreichs (VOSÖ) übergeben, um dessen Fortbestand zu sichern. Wir sind dankbar, dass das Institut Österreichischer Orden und die Vereinigung von Ordensschulen Österreichs mit der Zusammenlegung zweier räumlich nahe gelegener Schulen eine für beide wirtschaftlich sinnvolle Lösung gefunden haben, die letztlich den Fortbestand beider angesehenen Institutionen für die Zukunft sichern und zum Wohl der Schüler und der ganzen Region Pongau beitragen wird.“

P. Christian Stranz (c)helm
Infobox zur VOSÖ:
- 1993 auf Initiative der Österreichischen Ordensgemeinschaften gegründet mit dem Ziel gegründet, Bildungseinrichtungen, die nicht mehr von den Ordensgemeinschaften selbst verwaltet werden können, in die Zukunft zu führen.
- 2026 ist die VOSÖ der größte private Schulträger Österreichs.
- 24 Bildungsstandorte (mit gesamt 85 Einrichtungen) von 16 Orden in 8 Bundesländern (Vorarlberg, Tirol, Salzburg, Oberösterreich, Niederösterreich, Wien, Burgenland, Steiermark)
- Rund 14.000 Kinder und SchülerInnen besuchen Bildungseinrichtungen der VOSÖ
- Details unter: ordensschulen.at
Infobox zum IÖO:
Das Institut Österreichischer Orden (IÖO) wurde von den Ordensgemeinschaften Österreichs gegründet. Ziel ist die nachhaltige Verwaltung von Liegenschaften, Unternehmensanteilen, Kulturgütern und sonstigen Vermögen, um Werken der Ordensgemeinschaften eine Zukunft zu geben und neue Initiativen im Sinne der Ordensanliegen zu ermöglichen. Das Institut ist nicht auf Gewinn ausgerichtet, sondern verfolgt gemeinnützige Zwecke.
www.ordensgemeinschaften.at

